Es brennt in den niedersächsischen Schulen: 2.000 Lehrkräfte fehlen für eine ausreichende Unterrichtsversorgung, Hauptschulen verzeichnen rasant sinkende Schülerzahlen, immer mehr Eltern fordern Gesamtschulen für ihre Kinder und die Gymnasien platzen aus allen Nähten. Die CDU reagiert darauf mit einem sog. Konzept »Bildungsland Niedersachsen«. Diese Antwort des Kabinetts Wulff ist allerdings hilflos, fachlich schlampig gearbeitet und von politischen Dogmen geprägt: ■ Neu eingestellt werden lediglich 500 Lehrkräfte. 1.500 Stellen sollen durch untaugliche Mittel »aus dem System« erwirtschaftet werden; so z. B. durch freiwillige Mehrarbeit von Lehrkräften, die ihr Vertrauen in die Landesregierung längst verloren haben, durch Beschneidung der Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und die Abschaffung der Vollen Halbtagsschule. Dieses Konzept wird scheitern. ■ Der Unterricht an den Hauptschulen soll an zwei Tagen in der Woche für eine bessere Berufsorientierung an den Berufsschulen (BBS) stattfinden. Niemand kann aber sagen, wie dies konzeptionell aussehen soll, wie die Finanzierung des Schülertransportes gewährleistet wird und welche Folgen dies für die BBS hat. Davon abgesehen bekommen die Schülerinnen und Schüler so noch weniger Unterricht in allgemeinbildenden Fächern. Dies wird die Hauptschule nicht retten. ■ Hauptschulen sollen mit Realschulen kooperieren und die Jugendlichen dort in den Nebenfächern gemeinsam unterrichtet werden. Dies entspricht nicht dem Wunsch der Eltern und Schulträger, die sich für ihre Region eine Erweiterung der Bildungsmöglichkeiten um das Abitur wünschen. Die Abwanderung von den Hauptschulen ist damit nicht zu stoppen. ■ Den Forderungen nach »zwei Wegen« zum Abitur wird die Abschaffung des Abiturs nach 13 Jahren nun auch an den Gesamtschulen entgegengestellt. Das empört Eltern und Schüler, zerschlägt den integrativen Unterricht an den Gesamtschulen und verhindert die Durchlässigkeit. Die Ursachen für die Vorlage dieses sogenannten »Konzepts« liegen im starren Beharren des Ministerpräsidenten auf dem Erhalt des gegliederten Schulsystems, seiner fehlenden Bereitschaft, mehr Geld in Bildung zu investieren, und in der fachlichen Inkompetenz der Kultusministerin. Die CDU/FDP-Landesregierung fährt die Bildung in Niedersachsen gegen die Wand. Ihre Bildungspolitik zerstört die Zukunftschancen vieler Kinder. Die SPD-Niedersachsen setzt dagegen Vorschläge, mit denen Niedersachsen für die Zukunft unserer Kinder zu einem wirklichen Bildungsland werden kann: ■ Wir fordern und garantieren die Neueinstellung von 2.000 zustätzlichen Lehrkräften, damit eine gute Unterrichtsversorgung an all unseren Schulen sichergestellt werden kann. ■ Wir fordern und garantieren 2.000 zusätzliche Plätze für die Lehrerausbildung sowie neue und andere Studiengänge, die einen flexibleren Einsatz der Lehrkräfte an allen Schulformen ermöglichen. ■ Wir fordern und ermöglichen die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen - ergänzt durch ein integriertes gymnasiales Angebot - überall dort, wo genügend Eltern und die Schulträger dies wollen. Wir fordern also die Berücksichtigung des Elternwillens auch für die Einrichtung neuer Gesamtschulen. Dafür muss die Fünfzügigkeit als Errichtungsvoraussetzung wegfallen. ■ Wir fordern und garantieren den Erhalt der Vollen Halbtagsschule. ■ Wir fordern und garantieren, dass alle Gesamtschulen als Ganztagsschulen geführt werden können. Langfristig wollen wir erreichen, dass alle Schulen zu Ganztagsschulen werden ■ Wir fordern und garantieren Möglichkeiten, das Abitur in zwei Geschwindigkeiten zu absolvieren, und damit den Erhalt des Abiturs nach 9 Jahren an Gesamtschulen. Dieses Konzept baut auf der Grundüberzeugung der SPD auf, dass allen Kindern die besten Bildungsmöglichkeiten für eine wirkliche Chancengleichheit eröffnet werden müssen. Das wird auch den Forderungen von Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie den kommunalen Spitzenverbänden gerecht. Sie wollen wie wir eine gute Schule, flexible Modelle bei der Gestaltung der Schullandschaft und die Option, auch an kleineren Schulstandorten einen gymnasialen Abschluss erlangen zu können. Die SPD-Niedersachsen will das Bildungssystem im Einvernehmen mit Eltern, Schülerinnen und Schülern, den Elternräten, den Lehrerverbänden und den Kommunalen Spitzenverbänden sinnvoll weiterentwickeln. |