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Pressemitteilung Nr. 16-206 vom 25.08.08
Andretta: NTH droht Rohrkrepierer zu werden
andretta neu

Dr.  Gabriele  Andretta

Am Dienstag will das Kabinett den Gesetzentwurf zur Errichtung der NTH beschließen. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit der drei Mitgliedshochschulen Hannover, Braunschweig und Clausthal durch Kooperation in den Fächern Ingenieurwissenschaften, Informatik, Naturwissenschaften und Mathematik verbessert werden. Die Kooperation soll ihrerseits ebenfalls den Status einer Universität erhalten.

„Die von den Hochschulen entwickelte Idee an sich ist gut, die Umsetzung durch den Minister droht aber die NTH bundesweit zur Lachnummer werden zu lassen“, kritisiert die hochschulpolitische Sprecherin Gabriele Andretta. „Die NTH wird eine Alma Mater ohne Studierende, Professoren, eigenes Budget und festen Hochschulsitz sein. Statt einer Superuni, wie der Minister verspricht, wird dies also eine Dame ohne Unterleib.“

Die NTH habe nichts, was eine Hochschule ausmacht, selbst auf die vom Minister ursprünglich angekündigten gemeinsamen Fakultäten werde verzichtet. Konsequent wäre, wenn die Studierenden und Professoren der Mitgliedshochschulen zugleich Mitglieder der NTH wären, es gemeinsame Studiengänge und ein eigenes Budget zur Wahrnehmung der Aufgaben der NTH geben würde. Der Wissenschaftsminister verfolge allein das formale Ziel, die drei Hochschulen bei Forschungsorganisationen wie einen Antragsteller aussehen zu lassen. „Das ist der Sieg des Scheins über das Sein. Ich habe große Zweifel, ob die DFG und der Wissenschaftsrat sich davon blenden lassen“, sagt Andretta.

Kritisch sieht Andretta auch die im Gesetzentwurf vorgesehene weitere Aushöhlung der Selbstverwaltung der Hochschulen. Auf den Hochschulrat als Bindeglied nach außen wird verzichtet, dafür schickt der Minister zwei Externe in das Präsidium und sichert damit seine Kontrolle über die NTH. Zwar habe schon die letzte NHG-Novelle den Weg zur Gängelung der Hochschulen eingeleitet, doch der jetzt vorgesehene direkte Eingriff in die Hochschulautonomie sei ein Novum und verfassungsrechtlich bedenklich.

Andretta fordert Wissenschaftsminister Stratmann auf, den Gesetzentwurf zurückzuziehen: „Alle Beteiligten wissen inzwischen, dass die NTH gescheitert ist. Der Minister hat seinen Mund wieder einmal zu voll genommen. Die von ihm mit der NTH vorgesehenen Kooperationen sind allesamt auf Grundlage des gültigen NHGs möglich. Soll ein bürokratisches Monstrum geschaffen werden, nur damit der Minister sein Gesicht wahren kann?“

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